Nur wenige wissen, dass My Xuyen vom 16. bis zum 18. Jahrhundert eines der geschäftigsten Zentren für Steinzeug- und Keramikherstellung in Zentralvietnam war, bevor es als Holzschnitzerdorf Berühmtheit erlangte. Archäologische Ausgrabungen brachten antike Brennöfen und zahllose Steinzeugprodukte zutage – von Kalkbehältern über Töpfe und Schalen bis hin zu Vasen und Krügen –, die tiefe Spuren des kulturellen Austauschs tragen.

Dies spiegelt die Verbindung zwischen den traditionellen Keramiktechniken nordvietnamesischer Zuwanderer und den charakteristischen Verzierungen der Sa-Huynh-Kultur wider. Diese Erzeugnisse dienten nicht nur dem einheimischen Gebrauch, sondern gelangten auch in bedeutende Handelshäfen wie Thanh Ha und Hoi An und sogar bis nach Japan – ein Beweis für die Blütezeit des Töpferhandwerks in My Xuyen.
Im Zuge des historischen Wandels geriet das Töpferhandwerk allmählich in Vergessenheit, während das Tischler- und Schnitzerhandwerk an seine Stelle trat und ein neues Kapitel für My Xuyen aufschlug. Historischen Überlieferungen zufolge machten zur Zeit von König Gia Long zahlreiche aus dem Norden einberufene Schnitzmeister, die am Bau der Kaiserstadt Hue mitwirkten, hier Station und gaben ihr Können an die Dorfbewohner weiter. Die Kunsthandwerker von My Xuyen übernahmen geschickt die anspruchsvollen Schnitztechniken des Kaiserhofs sowie die Essenz der Volkskunst und schufen so einen unverwechselbaren, einzigartigen Stil.



