Museum für Handelskeramik in Hoi An: Wo die Erinnerungen an einen geschäftigen Handelshafen lebendig bleiben

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Hoi An

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Aktualisiert: 23/09/2026

1. Wo befindet sich das Museum für Handelskeramik?

Das Museum für Handelskeramik in Hoi An zeichnet sich durch eine äußerst günstige Lage aus, sodass Besucher die Besichtigung problemlos in ihren Rundgang durch die Altstadt integrieren können:

  • Adresse: Tran-Phu-Straße 80, Stadtbezirk Minh An, Stadt Hoi An, Provinz Quang Nam
  • Lage: Direkt im Zentrum der Altstadt von Hoi An – der UNESCO-Welterbestätte
  • Entfernung: Nur wenige hundert Meter von der Japanischen Brücke entfernt
  • Anreise:
    • Zu Fuß von den meisten Hauptsehenswürdigkeiten aus erreichbar
    • Ideal für die Erkundung mit dem Fahrrad in der Altstadt

Dank seiner „zentralen, leicht zugänglichen Lage nahe bedeutender Denkmäler“ ist das Museum für Handelskeramik in Hoi An ein idealer Zwischenstopp auf Ihrer Besichtigungstour durch die Altstadt.

Museum für Handelskeramik an der Tran-Phu-Straße
Foto: Museum für Handelskeramik an der Tran-Phu-Straße 

2. Die Entstehungsgeschichte des Museums für Handelskeramik in Hoi An

Das zweistöckige historische Holzhaus, in dem sich das Museum heute befindet, wurde um 1920 erbaut und weist die typische traditionelle Architektur von Hoi An mit Vorderhaus, Innenhof und Hinterhaus auf. Im Jahr 1994 wurde das Gebäude mit Unterstützung der Japanischen Agentur für Internationale Zusammenarbeit (JICA) und japanischer Experten umfassend restauriert. Im Jahr 1995 wurde das Museum offiziell gegründet und unter dem Namen Museum für Handelskeramik eröffnet. Damit wurde es zum ersten Themenmuseum in Hoi An, das sich auf archäologische Artefakte des Keramikhandels spezialisierte.

Die Ausstellungsstücke stammen überwiegend aus archäologischen Ausgrabungen in Hoi An von Ende der 1980er bis Anfang der 1990er Jahre, die in Zusammenarbeit zwischen vietnamesischen Archäologen (der Nationaluniversität Hanoi, dem Museum Quang Nam - Da Nang und der Denkmalverwaltung von Hoi An) und japanischen Experten durchgeführt wurden. Das Museum bewahrt derzeit rund 361 bis 450 Exponate (je nach Quellenangabe) aus dem 9./10. bis zum 19. Jahrhundert auf, welche die maritime Keramik-Handelsstraße zu jener Zeit veranschaulichen, als Hoi An ein zentraler Knotenpunkt des Austauschs zwischen Ost und West sowie Asien und Europa war.

Das Museum befindet sich in einem zweistöckigen Holzhaus
Foto: Das Museum befindet sich in einem zweistöckigen Holzhaus 

3. Die Rolle der Keramik im historischen Handelshafen von Hoi An

Vom 15. bis zum 18. Jahrhundert war Hoi An der florierendste Handelshafen der Region und zog Kaufleute aus China, Japan, den Niederlanden, Portugal, Indien, Thailand und weiteren Ländern an. Keramik war dabei nicht nur ein zentrales Exportgut, sondern auch ein Symbol für den kulturellen und wirtschaftlichen Austausch.

  • Vietnamesische Keramik (aus dem nahe gelegenen Töpferdorf Thanh Ha sowie aus Dai Viet während der Le- und Nguyen-Dynastien) wurde in großem Umfang exportiert.
  • Chinesische Keramik (aus den Brennöfen von Jingdezhen, Fujian und Guangdong) der Ming- und Qing-Dynastien machte einen großen Anteil aus.
  • Auch japanische Keramik (Hizen) und thailändische Waren waren zahlreich vertreten.

Diese Funde belegen, dass Hoi An an der maritimen Seidenstraße lag, auf der Waren gehandelt und über ganz Südostasien und darüber hinaus verteilt wurden. Der Niedergang des Handelshafens Ende des 18. bis ins 19. Jahrhundert hinein (bedingt durch die Versandung des Flusses Thu Bon und die Verlagerung des Handels nach Da Nang) führte dazu, dass viele Artefakte im Boden verschwanden und erst in jüngerer Zeit ausgegraben wurden. 

4. Ausstellungsraum und Architektur des Museums

Das Museum befindet sich in einem traditionellen zweistöckigen Holzhaus im Stil der Kaufmannshäuser von Hoi An aus dem 19. und 20. Jahrhundert, das durch den einstigen Einfluss der japanischen Gemeinde Parallelen zur japanischen Architektur aufweist. Die Räumlichkeiten gliedern sich wie folgt:

  • Erdgeschoss: Hauptausstellungsbereich mit Vitrinen zur Konservierung der Exponate, ergänzt durch Schautafeln, Modelle von Handelsschiffen und Karten der Handelsrouten.
  • Obergeschoss: Balkon mit Blick auf die Tran-Phu-Straße sowie ein zentraler Lichthof, der eine luftige, friedvolle Atmosphäre inmitten der lebhaften Altstadt schafft.
  • Innenhof: Offene Gestaltung mit traditionellen Yin-Yang-Ziegeln, die eine natürliche Luftzirkulation gewährleistet.

Die schlichte, ehrwürdige Architektur verbindet Denkmalpflege harmonisch mit moderner Präsentation und bietet Besuchern ein authentisches, unaufdringliches Erlebnis.

In Glaskästen ausgestellte Keramikobjekte
Foto: In Glaskästen ausgestellte Keramikobjekte 

5. Bedeutende Exponate im Museum für Handelskeramik in Hoi An

Das Museum verfügt über eine vielfältige Sammlung, die hauptsächlich aus intakten oder sorgfältig restaurierten archäologischen Fundstücken besteht:

  • Chinesische Keramik: Vasen, Tassen und Teller aus der Ming- und Qing-Zeit mit feinen Drachen-, Phönix- und Blau-Weiß-Mustern.
  • Japanische Keramik (Hizen): Exportporzellan aus dem 17. und 18. Jahrhundert, bekannt für seine Perlmuttglasur und schlichten Muster.
  • Vietnamesische Keramik: Erzeugnisse aus dem Dorf Thanh Ha und aus Dai Viet während der Le- und Nguyen-Dynastien, darunter Gebrauchs- und Ritualgegenstände.
  • Thailändische Keramik und Waren aus weiteren Ländern: Zeugnisse des vielseitigen Handelsgeschehens.

Zahlreiche Exponate datieren vom 9. bis 10. Jahrhundert (der frühen Champa-Zeit) bis ins 19. Jahrhundert, begleitet von Fotodokumentationen und Modellen, die das Entladen von Handelsgütern im Hafen veranschaulichen.

6. Besucherlebnis im Museum für Handelskeramik in Hoi An

Ein Besuch des Museums gleicht einer Zeitreise in die Vergangenheit – von den ehrwürdigen, ruhigen Räumlichkeiten bis hin zu den lebendigen Dokumentationen über den historischen Handelshafen von Hoi An. Hier können Besucher:

  • Exponate aus nächster Nähe in den Schauvitrinen bewundern.
  • Ausführliche zweisprachige Informationstafeln (Vietnamesisch – Englisch) lesen.
  • Fotos auf dem Balkon, im Innenhof oder neben den einzigartigen Artefakten aufnehmen.
  • Den Besuch mit einem Ausflug in das nahe gelegene Töpferdorf Thanh Ha verbinden, um traditionelles Töpferhandwerk selbst auszuprobieren.

Die beste Besuchszeit ist am frühen Vormittag oder späten Nachmittag, um größere Besuchergruppen zu meiden und den Ausflug bequem mit einem Abendspaziergang durch die von Lampions erleuchtete Altstadt zu verbinden.

7. Besucherinformationen zum Museum für Handelskeramik in Hoi An

Damit Ihr Besuch im Museum für Handelskeramik in Hoi An reibungslos verläuft, finden Sie nachfolgend wichtige Hinweise zu Öffnungszeiten, Eintrittskarten und Verhaltensregeln:

Öffnungszeiten:

  • In der Regel täglich von 7:00 bis 21:00 Uhr geöffnet
  • Das Museum kann zu regelmäßigen Wartungsarbeiten geschlossen sein, meist am 15. jedes Monats (bzw. am 11. und 26., je nach Zeitraum)

Eintrittskarten:

  • Im Sammelticket für die Altstadt von Hoi An enthalten
  • Ein Ticket berechtigt zum Eintritt in mehrere historische Stätten innerhalb von 24 Stunden
  • Richtpreis: ca. 80.000 – 120.000 VND pro Person (je nach Einstufung für einheimische oder internationale Gäste)
  • Ermäßigungen für Kinder sind in der Regel verfügbar

Hinweise für Besucher:

  • Angemessene Kleidung tragen und Ruhe bewahren
  • Die Ausstellungsstücke nicht berühren
  • Da sich das Museum in der UNESCO-Welterbezone befindet, ist vor dem Einlass das Altstadt-Ticket zu erwerben

Mit diesen praktischen Informationen können Sie Ihren Besuch im Museum für Handelskeramik in Hoi An optimal, vorschriftsgemäß und zeitsparend in Ihren Altstadt-Rundgang einbinden.

Erlebnis des Bemalens von Keramikmustern
Foto: Erlebnis des Bemalens von Keramikmustern 

Das Museum für Handelskeramik in Hoi An ist nicht nur ein Ort zur Präsentation antiker Artefakte, sondern auch ein Raum, der die Erinnerung an einen einst blühenden internationalen Handelshafen in Südostasien bewahrt. Anhand jedes einzelnen, von der Zeit gezeichneten Keramikstücks lässt sich die Geschichte des Handels, der kulturellen Begegnungen und die bedeutende Rolle Hoi Ans in der regionalen Seefahrtsgeschichte lebendig nachvollziehen. Im Herzen der Altstadt von Hoi An – einem UNESCO-Weltkulturerbe – bildet das Museum ein unverzichtbares historisches Puzzlestück, das jedem Rundgang eine tiefere Dimension verleiht. Es ist ein lohnendes Ziel für Geschichts- und Archäologieliebhaber sowie für alle Reisenden, die Hoi An jenseits der malerischen Laternenstraßen in seiner ganzen Tiefe kennenlernen möchten.

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