Die Thanh-Duyen-Pagode in Hue, auch Tuy-Van-Pagode genannt, ist eng mit der territorialen Expansion und der Entwicklung des Buddhismus unter den Nguyen-Fürsten verbunden. Gegründet in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts unter Fürst Nguyen Phuc Tan, war die Pagode anfangs nur eine kleine Klause für praktizierende Mönche. Im Jahr 1692 ließ Fürst Nguyen Phuc Thai das Bauwerk erweitern und gab ihm den Namen Thanh Duyen, was sinngemäß „heilvolles Schicksal“ oder „heilige Fügung“ bedeutet.
Nach mehreren Renovierungen, insbesondere im Jahr 1741, entwickelte sich die Pagode zu einem bedeutenden buddhistischen Zentrum der Region Thuan Hoa. Im Jahr 1861 zerstörten Kriegswirren jedoch das gesamte Bauwerk. Sieben Jahre später wurde die Pagode mit Unterstützung des kaiserlichen Hofes auf dem Berg Tuy Van in größerem Maßstab wiederaufgebaut. Seitdem spielt sie eine wichtige Rolle im religiösen und kulturellen Leben von Hue.

Seit 1996 als nationales historisch-kulturelles Denkmal anerkannt, zählt die Thanh-Duyen-Pagode heute neben Thien Mu, Dieu De und Tu Dam zu den vier berühmten kaiserlichen Nationalpagoden von Hue. Über 300 Jahre des Bestehens haben diesen Ort zu einem Zeugen der Beständigkeit des Buddhismus gemacht, der zugleich den einzigartigen historischen und kulturellen Weg der alten Kaiserstadt widerspiegelt.

