In Quang Binh ist der Feld-Aal nicht nur ein vertrautes Tier, sondern auch ein Sinnbild für Fleiß und die tiefe Verbundenheit mit dem Land. Frühmorgens, wenn noch dichter Nebel über den Feldern liegt, waten die Bauern von Quang Binh bereits durch den Schlamm und fangen geschickt jeden wohlgenährten Aal aus der weichen Erde. Die hiesigen Feld-Aale sind zwar nicht so groß wie gezüchtete Exemplare, doch ihr Fleisch ist fest, von Natur aus süßlich und birgt das unverwechselbare Aroma der zentralvietnamesischen Natur in sich.
Vom Leben im Schlamm bis zur Schale wird der Aal von den Einheimischen mit größter Sorgfalt verarbeitet. Man wählt mittelgroße Aale mit rötlichem Rücken und leuchtend gelbem Bauch aus, die gründlich gesäubert werden, um jeden schlammigen Beigeschmack zu beseitigen. Das Geheimnis liegt im handwerklichen Geschick: Der Aal wird mit frischer Kurkuma, Pfeffer, Chili und einer Prise würziger Fischsauce mariniert und anschließend in heißem Öl goldgelb und knusprig frittiert. Damit die Aalstücke ihre Knusprigkeit behalten und in der heißen Brühe nicht aufweichen, mischen die Einheimischen etwas Maismehl unter, was für eine hauchdünne, herrlich aromatische Kruste sorgt.

Die Glasnudelsuppe mit Feld-Aal ist nicht nur eine Speise, sondern erzählt auch von Hingabe und der Liebe zur heimatlichen Kochkunst. Die Brühe wird aus Aal- und Schweineknochen sanft ausgekocht, schmeckt klar-süßlich und wird mit etwas Ingwer, Röstzwiebeln sowie aromatischem vietnamesischem Koriander verfeinert. Die geschmeidigen Canna-Glasnudeln nehmen die heiße Brühe perfekt auf und verschmelzen mit dem knusprigen Aalfleisch zu einer unvergesslichen Geschmacksharmonie.

