Der Tu-Huyt-Pfeifkuchen gehört zu den traditionellen ländlichen Leckereien, die mit der Kindheit vieler Generationen in Quang Tri verwurzelt sind. Hergestellt aus Süßkartoffel- und Maniokmehl – zwei typischen Grundnahrungsmitteln dieser sonnenreichen Region –, spiegelt dieses einfache Gebäck nicht nur den unverfälschten Geschmack der Heimat wider, sondern erzählt auch Geschichten aus entbehrungsreichen, von Zusammenhalt geprägten Zeiten. Besonders reizvoll ist der ungewöhnliche Name des Gebäcks: Der Kuchen wird zu länglichen, flachen Röhren mit einer kleinen Öffnung in der Mitte geformt. Wenn der Kuchen frisch gedämpft und noch dampfend heiß ist, führen Kinder ihn an den Mund und blasen durch die Öffnung, um ihn vor dem Essen abzukühlen. Das dabei entstehende Geräusch erinnert an einen Pfeifton („Tu Huyt“), wodurch dieser liebevolle Name entstand und bis heute weitergegeben wird.
Hinter diesem unscheinbaren Kuchen verbirgt sich der Fleiß und die Kreativität der Bewohner von Quang Tri. In Zeiten des Mangels, als Reis knapp war, dienten Süßkartoffeln und Maniok vielen Familien als lebenswichtige Nahrungsquelle. Aus diesen einfachen Feldfrüchten zauberten Mütter und Großmütter schmackhafte, nahrhafte Kuchen, die satt machten und den Kindern in schweren Zeiten Freude schenkten. Auch heute, da sich das Leben gewandelt hat, bleibt der Tu-Huyt-Kuchen fest im Gedächtnis verankert und bildet eine kulturelle Besonderheit der Kulinarik von Quang Tri. Die Kunst der Zubereitung wird über Generationen weitergegeben, besonders in den Bezirken Cam Lo, Gio Linh und Vinh Linh. Er ist weit mehr als eine ländliche Köstlichkeit – er ist ein Symbol für Heimatverbundenheit, Ausdauer und Lebensfreude.


