Das Töpferdorf Gia Thuy entstand etwa im 13. bis 14. Jahrhundert während der Tran-Dynastie. Den Dorfältesten zufolge gilt Nguyen Thi Nuong (auch bekannt als Schutzherrin der Töpferei) als Begründerin des Handwerks an diesem Ort. Als die kaiserliche Hauptstadt Thang Long durch die Ming-Invasoren verwüstet wurde, folgten einige begabte Töpfermeister dem Tran-König in die alte Hauptstadt Hoa Lu, um sich dort niederzulassen. Dabei brachten sie die Geheimnisse der kunstvollen Seladon-Glasur und der charakteristischen Krakelee-Glasur mit.
Während der Le- und Nguyen-Dynastien entwickelte sich Gia Thuy zu einem bedeutenden Zentrum für die Herstellung von Gebrauchs- und Ritualkeramik im gesamten nordvietnamesischen Tiefland. Trotz zahlreicher historischer Umbrüche wird das Töpferhandwerk hier bis heute von Generation zu Generation mit Stolz weitergeführt.


