Die erste und auffälligste Besonderheit liegt in der Hauptzutat: dem Kaktus. Allerdings eignet sich keineswegs jede Kaktusart für die Zubereitung von Speisen. In Quang Binh wird die Kaktussuppe typischerweise aus dem Strandkaktus oder dem Fünfkant-Feigenkaktus zubereitet. Diese Kakteen wachsen wild auf den weißen Sanddünen entlang der Küste der Region. Die Einheimischen wählen gezielt junge, fleischige Triebe mit wenig Fasern und weichen Stacheln aus. Die Suppe wird meist mit fangfrischem Meeresfisch wie Rochen, Schlangenkopffisch oder Thunfisch gekocht, was ihr ein unverwechselbares, harmonisches Aroma verleiht.
Für eine wahrhaft authentische Kaktussuppe greifen die Köche vor Ort auf über Generationen überlieferte Zubereitungsgeheimnisse zurück. Bereits die Auswahl und Vorbereitung des Kaktus erfordert große Sorgfalt: Stacheln und Pflanzensaft müssen vollständig entfernt werden, indem die äußere grüne Haut sorgfältig abgeschabt wird. Anschließend werden die Stücke kurz mit etwas Salz blanchiert, um herbe Noten und übermäßige Sämigkeit zu mildern. Auch das Abschmecken folgt lokaler Tradition – meist mit hochwertiger regionaler Fischsauce, einer Prise Zucker und der unverzichtbaren Schärfe frischer Chilis. Die Garzeit wird exakt abgestimmt, damit der Kaktus auf den Punkt gegart ist und seinen charakteristisch knackigen Biss behält, ohne weich zu werden.


