Ru Cha ist nicht nur ein gewöhnlicher Mangrovenwald, sondern birgt auch einen besonderen historischen und kulturellen Wert für die Region Hue. Der Name „Ru Cha“ leitet sich von den dicht wachsenden Cha-Bäumen (einer Mangrovenart) ab, die mehr als 90 % der Waldfläche bedecken. Im Laufe von Hunderten von Jahren, ausgehend von einer ursprünglichen Fläche von nur etwa 4 Hektar, hat der Wald eine entscheidende Rolle beim Schutz vor Versalzung, bei der Süßwasserspeicherung und beim Schutz der aquatischen Ressourcen des Festlandes gespielt.
Lokalen Legenden zufolge existiert Ru Cha bereits seit sehr langer Zeit. Später forsteten die Behörden und die lokale Bevölkerung zusätzliche Mangrovenarten wie Apfelmangroven, Avicennia-Arten, Bruguiera und Nipapalmen auf, wodurch ein reichhaltiges und vielfältiges Ökosystem entstand. Heute dient das Gebiet nicht nur dem Naturschutz, sondern sichert auch den Lebensunterhalt der lokalen Gemeinschaft dank des reichen Fischbestands an Grundeln, Zackenbarschen, Aalen und Breitlingfischen.

Ein einzigartiger kultureller Höhepunkt von Ru Cha ist der Schrein der Heiligen Mutter Duc Thanh Mau direkt im Herzen des Waldes. Dieser altehrwürdige, heilige Schrein ist mit einer geheimnisvollen Geschichte verbunden: Nach einer großen Überschwemmung entdeckten Einheimische ein angeschwemmtes heiliges Objekt und errichteten diesen Schrein zur Verehrung. Jedes Jahr am 3. Tag des 3. Mondmonats findet hier ein großes Fest statt, das zahlreiche Einheimische und Besucher anzieht, die um Frieden und Glück beten. Genau diese geheimnisvollen Geschichten und lebendigen Volksbräuche machen die besondere Anziehungskraft von Ru Cha aus – einem Reiseziel, das nicht nur landschaftlich reizvoll ist, sondern auch tief in der Spiritualität und Kultur von Hue verwurzelt ist.




