Holzschnitzerdorf Kim Bong: Über 500 Jahre altes Holzkunst-Erbe in Hoi An

Zentralvietnam

Da Nang

Hoi An

Sovaba.travel

Aktualisiert: 23/09/2026

1. Wo liegt das Holzschnitzerdorf Kim Bong?

Das Holzschnitzerdorf Kim Bong entstand und entwickelte sich dank seiner Lage direkt an einer wichtigen Wasserhandelsroute der Region Hoi An.

  • Ort: Dorf Trung Ha, Gemeinde Cam Kim, Stadt Hoi An, ehemals Provinz Quang Nam (heute Stadt Da Nang)
  • Lage: Am rechten Ufer des Flusses Thu Bon gelegen, etwa 1–2 km von der Altstadt von Hoi An über die Cam-Kim-Brücke entfernt
  • Entfernung: Etwa 30 km von Da Nang entfernt, bequem mit dem Motorroller oder Auto erreichbar

Dieses Handwerkerdorf ist nicht nur eine Produktionsstätte, sondern auch ein kulturelles Symbol, das in unmittelbarer Nähe zu berühmten Stätten wie der Altstadt von Hoi An – einem UNESCO-Weltkulturerbe – liegt.

Eingangstor zum Holzschnitzerdorf Kim Bong
Foto: Eingangstor zum Holzschnitzerdorf Kim Bong 

2. Geschichte und über 500-jährige Entwicklung des Holzschnitzerdorfes Kim Bong

Das Holzschnitzerdorf Kim Bong entstand im 15. bis 16. Jahrhundert, als geschickte Tischler aus den nördlichen Provinzen (wie Thanh Hoa und Nghe An) nach Zentralvietnam einwanderten und sich in Hoi An niederließen. Zunächst florierte das Holzhandwerk dank der strategischen Lage des geschäftigen Handelshafens Hoi An, der Handelsbeziehungen mit China, Japan und europäischen Ländern pflegte. Im 17. und 18. Jahrhundert erreichte das Dorf seinen Höhepunkt mit drei Hauptzweigen: Bauholzarbeiten (Errichtung von Häusern und Pagoden), Haushalts- und Möbelbau (Innenausstattung) sowie Schiffbau (Bootsbau).

Im Laufe von über 500 Jahren erlebte das Dorf zahlreiche Höhen und Tiefen – von seiner goldenen Ära, in der es die Architektur von Hoi An maßgeblich prägte, bis hin zu Zeiten des Niedergangs durch Kriege und Urbanisierung. Seit den 1990er-Jahren erlebte das Handwerkerdorf jedoch dank des wachsenden Tourismus und gezielter Erhaltungsmaßnahmen eine Wiederbelebung. Heute bewahren rund 200 Haushalte das traditionelle Handwerk, wobei Meister wie Huynh Ri – der als Volkskünstler ausgezeichnet wurde – ihr Wissen an die jüngere Generation weitergeben. Die Dorfgeschichte ist zudem eng mit traditionellen Festen wie der Gedenkzeremonie für die Ahnherren des Tischlerhandwerks (Phat Moc) am 12. Tag des ersten Mondmonats verbunden, die den Ahnen Respekt zollt und um Segen und Frieden bittet.

Das Holzschnitzerdorf Kim Bong blickt auf eine lange Geschichte zurück
Foto: Das Holzschnitzerdorf Kim Bong blickt auf eine lange Geschichte zurück 

3. Die traditionelle Holzschnitzkunst im Dorf Kim Bong

Die Holzschnitzkunst im Dorf Kim Bong zeichnet sich durch eine exquisite, detailreiche Technik aus, die Bildhauerei und bildende Kunst harmonisch verbindet. Die Kunsthandwerker verwenden edle Hölzer wie Lim (Eisenholz), Sen, Jackfruchtbaumholz oder Gu (Mahagoni-Art), die aus den Urwäldern Zentralvietnams stammen, um lebendige Motive wie Drachen und Phönixe, florale Muster, Vögel oder Szenen aus dem alltäglichen Leben zu erschaffen. Der Herstellungsprozess umfasst die Holzauswahl, das Skizzieren, das grobe sowie feine Schnitzen und schließlich das Polieren – alles in reiner Handarbeit, die jahrzehntelange Erfahrung erfordert.

Das Besondere ist die Symbiose aus „Poesie und Malerei“ in jedem Werk, bei dem die Schnitzlinien nicht nur ästhetisch ansprechend sind, sondern auch philosophische Bedeutungen und Feng-Shui-Prinzipien verkörpern. Meister Huynh Ri, der über mehr als 50 Jahre Erfahrung verfügt, hat Schnitzarbeiten für Hunderte von Bauwerken geschaffen – von historischen Häusern in Hoi An bis hin zu nationalen Denkmälern. Heute setzt das Dorf auch moderne Technologien zur Bewahrung des Handwerks ein, beispielsweise durch maschinelle Unterstützung, während die Seele der Handarbeit stets gewahrt bleibt.

4. Typische Holzprodukte des Dorfes Kim Bong

Die Erzeugnisse des Holzschnitzerdorfes Kim Bong sind vielfältig und reichen von Gebrauchsgegenständen des täglichen Bedarfs bis hin zu groß angelegten Architekturprojekten. Zu den typischen Produktlinien gehören:

  • Historische Häuser und Holzarchitektur: Horizontale Schrifttafeln, Spruchbänder, Säulen und Dachstühle in den historischen Häusern von Hoi An wurden größtenteils von den Handwerkern aus Kim Bong gefertigt.
  • Wohnmöbel: Tische, Stühle, Altarschränke und Betten mit feinen Schnitzereien, preislich zwischen 5 und 50 Millionen VND je nach Größe.
  • Holzstatuen und Dekorationsartikel: Buddha-Statuen, Fabelwesen, 3D-Holzbilder, sehr beliebt als Souvenirs, ab 200.000 VND.
  • Schiffsmodelle: Nachbildungen historischer Handelsschiffe aus Hoi An, die einst für den internationalen Seehandel genutzt wurden.
  • Moderne Kunsthandwerksprodukte: Teedosen, Holztabletts und moderne Wohnaccessoires, die zeitgenössische Elemente für den touristischen Markt aufgreifen.

Alle Produkte tragen den Stempel der vietnamesischen Kultur und zeichnen sich dank traditioneller Techniken zum Schutz vor Termiten und Schädlingen durch hohe Qualität und herausragende Langlebigkeit aus.

5. Kultureller und historischer Wert des Holzschnitzerdorfes Kim Bong

Das Holzschnitzerdorf Kim Bong ist nicht nur eine Produktionsstätte, sondern ein lebendiges Kulturerbe, das wesentlich dazu beitrug, dass Hoi An 1999 von der UNESCO anerkannt wurde. Der historische Wert liegt in der generationenübergreifenden Bewahrung traditioneller Handwerkstechniken, die den kulturellen Austausch zwischen Vietnam, China und Japan in der Architektur widerspiegeln. In kultureller Hinsicht verkörpert das Dorf einen ausgeprägten Gemeinschaftssinn bei Festen wie der Ahnenverehrung und dem Phat-Moc-Fest, bei denen die Dorfbewohner für reiche Ernten und beruflichen Erfolg beten.

Der Ort steht zudem als Symbol für Nachhaltigkeit, gestützt durch Initiativen zur ökologischen Bewahrung des Erbes wie die Verwendung von Recyclingholz und gemeindebasierten Bildungstourismus. Diese Werte machen das Dorf zu einer wertvollen Inspirationsquelle für Kulturstudien und tragen gleichzeitig dazu bei, die nationale Identität im Zeitalter der Modernisierung zu bewahren.

Holzkunsthandwerker in Kim Bong
Foto: Holzkunsthandwerker in Kim Bong 

6. Reiseerlebnisse im Holzschnitzerdorf Kim Bong für Besucher

Ein Besuch im Holzschnitzerdorf Kim Bong bietet authentische und unvergessliche Einblicke. Sie können:

  • Kunsthandwerkern bei der Arbeit zusehen: Besuchen Sie die Werkstätten der Meister, um den gesamten Schnitzprozess vom Zersägen des Holzes bis zur Fertigstellung mitzuerleben.
  • Selbst Hand anlegen: Nehmen Sie an Workshops teil, um eigene Souvenirs wie personalisierte Holzschnitzereien herzustellen, für ca. 100.000–200.000 VND pro Person.
  • Einkaufen: Erwerben Sie authentische Handwerksprodukte direkt vor Ort und unterstützen Sie so die lokale Wirtschaft.
  • Das ländliche Dorf erkunden: Spazieren Sie durch das Dorf, genießen Sie den Blick auf den Fluss Thu Bon, besichtigen Sie das Gemeinschaftshaus und nehmen Sie an Festen teil, falls Sie zur rechten Zeit vor Ort sind.
  • Flusstouren kombinieren: Fahren Sie mit dem Boot von Hoi An aus und verbinden Sie Ihren Ausflug mit dem Besuch des Töpferdorfes Thanh Ha oder des Kräuterdorfes Tra Que.

Dieses Erlebnis eignet sich ideal für Familien, Freundesgruppen oder kulturinteressierte Reisende und vermittelt Ihnen ein tiefes Verständnis für die Seele des traditionellen vietnamesischen Holzhandwerks.

7. Leitfaden für den Besuch des Holzschnitzerdorfes Kim Bong von Hoi An aus

Vom Zentrum der Altstadt aus erreichen Besucher das Holzschnitzerdorf Kim Bong in nur wenigen Minuten. Hier finden Sie einen ausführlichen und praktischen Leitfaden für Ihren Besuch in Kim Bong von Hoi An aus.

  • Mit dem Fahrrad oder Motorroller: Sie können in Hoi An für ca. 50.000–100.000 VND pro Tag ein Zweirad mieten. Fahren Sie vom Zentrum aus über die Cam-Kim-Brücke und folgen Sie den ländlichen Wegen bis zum Dorf Trung Ha. Die Strecke ist flach, leicht zu finden und bietet malerische Ausblicke auf die Flusslandschaft.
  • Mit dem Boot: Vom Bootsanleger am Hoai-Fluss können Sie ein Bootsticket (ca. 150.000 VND pro Person) für die Überfahrt nach Cam Kim erwerben. Diese Option ist ideal, wenn Sie die reizvolle Landschaft des Flusses Thu Bon vom Wasser aus erleben möchten.
  • Mit dem Bus oder Taxi: Lokale Busse kosten etwa 20.000 VND pro Fahrt. Bei einer Taxifahrt liegen die Kosten bei etwa 100.000 VND pro Strecke – ideal für Gruppen oder Familien.
  • Beste Besuchszeit: Empfehlenswert sind die Vormittagsstunden (7:00–10:00 Uhr) oder der späte Nachmittag (15:00–18:00 Uhr), um der intensiven Mittagshitze zu entgehen. Der Eintritt in das Dorf ist kostenlos, einige Werkstätten erheben jedoch möglicherweise eine geringe Besichtigungsgebühr von etwa 20.000 VND pro Person.

Hinweis: Bitte kleiden Sie sich respektvoll, begegnen Sie den Handwerkern mit Höflichkeit und unterstützen Sie das Handwerkerdorf durch den Kauf lokaler Erzeugnisse. Für Gruppen empfiehlt sich die Buchung einer Führung, um detaillierte Einblicke zu erhalten.

Besichtigung des Holzschnitzerdorfes Kim Bong
Foto: Besichtigung des Holzschnitzerdorfes Kim Bong  

Das Holzschnitzerdorf Kim Bong bewahrt nicht nur ein über 500 Jahre altes Handwerk, sondern bildet auch einen Kristallisationspunkt traditionellen Volkswissens, raffinierter Schnitzkunst und der kulturellen Tiefe Zentralvietnams. In jeder Holzmaserung und jedem Meißelschlag haben die Meister von Kim Bong die Werte von Ausdauer, Kreativität und Traditionsbewusstsein bewahrt und weitergegeben – Elemente, die die wahre Seele dieses Handwerkerdorfes ausmachen. Im Zuge der Modernisierung bleibt Kim Bong ein lebendiges Zeugnis für die Bedeutung der Denkmalpflege im Einklang mit nachhaltigem Tourismus. Ein Besuch in Kim Bong ist nicht nur eine Reise in ein historisches Dorf, sondern auch eine willkommene Gelegenheit, den Geschichten der Vergangenheit zu lauschen, den entschleunigten Lebensrhythmus zu spüren und jene selten gewordenen Werte echter Handwerkskunst wertzuschätzen.

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