Das Tich-Dien-Fest in Doi Son hat seinen Ursprung vor über 1.000 Jahren und geht auf das Frühjahr des Dinh-Hoi-Jahres (987) unter der Früheren Le-Dynastie zurück. Historischen Aufzeichnungen zufolge begab sich König Le Dai Hanh – der Nationalheld, der die Song-Armee besiegte – persönlich auf die Felder am Fuße des Doi-Son-Berges (heute Gemeinde Tien Son, Kleinstadt Duy Tien, Provinz Ha Nam), um den Pflug zu führen. Diese Tat diente nicht nur der Bitte um reiche Ernten, sondern ermutigte auch das Volk, sich mit Hingabe der Agrarproduktion zu widmen und die Landwirtschaft als Fundament des Staates zu betrachten.
Aus diesem historischen Ereignis heraus entwickelte sich das Ritual des »Tich Dien« (das königliche Pflügen) über viele vietnamesische Feudaldynastien hinweg – von der Ly- und Tran- bis zur Le-Dynastie – zu einer bedeutenden Staatszeremonie. Nach wechselvollen geschichtlichen Ereignissen geriet das Fest jedoch allmählich in Vergessenheit und wurde erst im Jahr 2009 in der Heimat von König Le Dai Hanh wiederbelebt. Seitdem findet es jährlich auf lokaler Ebene und alle fünf Jahre in größerem Rahmen statt und hat sich zu einem kulturellen Wahrzeichen der Provinz Ha Nam entwickelt. Heute ist das Fest als nationales immaterielles Kulturerbe anerkannt und leistet einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung traditioneller Werte im modernen Kontext.
Das Fest lässt nicht nur die Vergangenheit aufleben, sondern schlägt auch eine Brücke zur Gegenwart und erinnert die jüngere Generation an den Stellenwert der Landwirtschaft für die nachhaltige Entwicklung des Landes.



