Unter den rustikalen Spezialitäten Zentralvietnams trägt diese Nudelsuppe aus Quang Tri einen bodenständigen Namen, der Neugierige sofort aufhorchen lässt. Es handelt sich hierbei nicht um einen klassischen dicken Reisschleimbrei, sondern um eine sämige Nudelsuppe aus Reismehl oder Tapiokamehl. Der Teig wird dünn ausgerollt und in lange, flache, rechteckige Streifen geschnitten, die an die traditionellen Bambuslatten von Bettgestellen („Vat Giuong“) erinnern. Diese Ähnlichkeit verlieh dem Gericht seinen einzigartigen Namen – eine schlichte, aber heimatverbundene Bezeichnung.
Das Gericht ist eng mit der Region Hai Lang verbunden, die für ihre fruchtbaren Felder und frischen Schlangenkopffische bekannt ist. Seit Generationen ist diese Suppe fester Bestandteil der Mahlzeiten der Menschen in Quang Tri und trägt den authentischen Geschmack einer sonnenverwöhnten, windigen Region in sich. Ältere Bewohner erzählen, dass die Rezeptur schon vor sehr langer Zeit entstand, über viele Generationen weitergegeben wurde und für unzählige in der Ferne lebende Menschen zum Symbol ihrer Heimat geworden ist.
Die lebendige Tradition dieses Gerichts spiegelt sich auch in bekannten Volksversen wider:
„In Hai Lang kocht die Nudelsuppe dampfend heiß,
In Tri Bu brennt man Ziegel, in Xuan Truong reift die Melone weiß.
Nichts weckt die Sehnsucht so wie dieser Duft im Raum,
Vom Schnittknoblauch und Frühlingszwiebeln wie im Traum.“
Diese schlichten Verse besingen nicht nur eine Speise, sondern wecken tiefe Heimatgefühle. Es ist das Aroma von Frühlingszwiebeln und Waldknoblauch (Nem), die natürliche Süße des Süßwasserfischs und die einfachen Erinnerungen an vergangene Tage. Aus diesem Grund ist diese Nudelsuppe für viele Menschen aus Quang Tri weit mehr als nur ein alltägliches Gericht – sie ist ein Stück gelebte Heimat im Herzen, das man nirgendwo vergisst.



