Das Handwerk des Bronzegusses in Hue nahm seinen Anfang im frühen 17. Jahrhundert, als die Nguyen-Fürsten nach Süden zogen. Den genealogischen Aufzeichnungen der Familie Nguyen im Dorf Kinh Nhon zufolge gilt Nguyen Van Luong, ein herausragender Bronzegießer aus dem Dorf Dong Xa in Bac Ninh, als Gründungsvater des Handwerkerdorfes. Durch die wechselvollen Zeiten der Geschichte hindurch erlebte Phuong Duc unter den Kaisern der Nguyen-Dynastie eine glanzvolle Blütezeit und entwickelte sich zu einem bedeutenden Produktionszentrum für den kaiserlichen Hof und die Aristokratie.

Die früheren Kunsthandwerker von Phuong Duc schufen zahlreiche Meisterwerke aus Bronze, die zu unschätzbaren Kulturschätzen der Zitadelle von Hue wurden. Besonders hervorzuheben sind die Neun Heiligen Kanonen vor dem Mittagstor (gegossen 1803–1804), die Neun Dynastischen Urnen vor dem The-Mieu-Ahnentempel (gegossen 1835–1837) sowie monumentale Bronzekessel und Tempelglocken für berühmte Pagoden wie die Thien-Mu-Pagode und die Dieu-De-Pagode. Jedes Werk zeugt von höchster Präzision und Detailtreue und spiegelt die außergewöhnliche künstlerische und technische Meisterschaft der königlichen Bronzegusskunst wider.

